der blog und ich

Das es mit mir und meiner Wortverliebtheit irgendwann in einem Blog endet, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Eine Meinung und etwas zu sagen hatte ich schon immer. Und hier kann ich charmant in Wortwelten verpackt euch davon berichten und vielleicht auch ein bisschen begeistern. Denn ich bin tatsächlich davon überzeugt, dass wir es in der Hand haben, mit unseren Ansichten und Entscheidungen nachhaltig etwas zu verändern. Wenn wir uns nur einen Moment der Reflexion geben und das Mutigste tun, was man in der heutigen Zeit tun kann: Eigenständig Denken. Und einen Blick hinter die Kulissen wagen. Das mag neben meinem neugierigen Naturell vielleicht auch ein bisschen an meinem beruflichen Werdegang liegen. Mein Studium der angewandten Medienwirtschaft hatte den Schwerpunkt Journalismus und PR und da ich es kaum abwarten konnte, mit meinen eigenen Ideen loszulegen, begann ich bereits Anfang zwanzig freiberuflich tätig zu werden. Ich arbeitete für große wie kleine Marken, schrieb unzählige (Werbe-)texte und war viel in der Kommunikationsberatung sowie im Projektmanagement tätig. Herzenssache war die Redaktionsleitung eines kleinen Onlinemagazins für eine Heidelberger Kommunikationsagentur. Für diese bin ich auch immer noch in Teilzeit tätig, während ich mich freiberuflich in einer wunderbaren Arbeitsgemeinschaft ganz im Bereich Redaktion und Text verwirkliche. 

 

IM HERZEN BARFUSS

 Eigentlich war ich ja schon immer ein kleines Nordlicht. Und damit meine ich nicht die Nordsee oder Hamburg, auch wenn ich den Dialekt sehr mag. Nein, es sind die nordischen Ecken wie Dänemark, Schweden oder Norwegen, zu denen ich mich magisch hingezogen fühle. Die reduzierte, klare Art zu leben. Schlichtes Design, starke Ausdruckskraft, unberührte Natur. Schon bevor Hygge ein Hype wurde, hab ich es in meinem Leben zelebriert. Gemeinsames Kochen mit Freunden, bei Kerzenschein in einem Buch versinken, zu jeder Jahreszeit draußen sein, Gemüse aus dem eigenen Garten ernten. Ich habe nie viel zum Leben gebraucht, die einfachen Dinge wusste ich schon immer am meisten zu schätzen. Genau das ist Hygge für mich. Das bewusste Leben und Genießen des Hier und Jetzt. Mehr noch, es ist Dankbarkeit, Demut und die Entschlossenheit, aus allem das Beste zu machen. Hygge ist für mich bereichernder Minimalismus, der Fokus auf das Wesentliche und ein modernes „back to the roots“.

 

Dem gegenüber steht unsere heutige Konsumgesellschaft. Das lärmende Überangebot einer nie verstummenden Nachfrage. Ein Trend nach dem anderen drängt auf den übersättigten Markt. Dabei scheint ein Teil von mir noch aus der guten alten Tante-Emma-Laden-Zeit zu kommen. Überzeugt davon, dass weniger mehr ist und ständig auf der Suche nach dem Wesentlichen. Dennoch lebe ich in diesem täglichen Spannungsfeld zwischen Konsumhypes und Hygge-Mentalität. Und wie es der Name meines Blogs nur unschwer erahnen lässt, genau darum geht es hier. Meine tägliche Lebenserfahrung, wenn ich versuche, diese Gegensätze in eine Balance zu bringen. Ein Weg, der so unschubladisierbar wie manchmal auch steinig sein mag. Aber mir ist bewusst, dass auch ich auf dieser Welt meine Spuren hinterlasse. Und dabei möchte ich nichts mit meinem Egoismus zertrampeln, sondern vielmehr einen Weg einschlagen, der andere zum Folgen einlädt. Ich gehe ihn als hoffnungsloser Idealist, mit anthropologischem Weltbild und Barfuß im Herzen.